Die kurze Antwort
Bodenfliese mit Rutschhemmung, im Duschbereich zusätzlich eine für Barfußbereiche geeignete Oberfläche. Darunter eine fachgerechte Abdichtung im Verbund. Beim Format gilt: große Fliesen bedeuten weniger Fugen und weniger Reinigungsaufwand, verlangen aber einen sehr ebenen Untergrund und lassen sich im Gefälle der Dusche schlechter verlegen.
Rutschhemmung im privaten Bad
Für private Bäder gibt es keine verbindliche Vorgabe. Die Bewertungssysteme stammen aus dem Arbeits- und Unfallschutz und werden von Herstellern trotzdem angegeben, weil sie eine brauchbare Orientierung sind.
Für den Barfußbereich ist die Bewertung nach DIN 51097 relevant, sie kennt die Stufen A, B und C. Für Duschen und nasse Flächen wird häufig mindestens B genannt. Für die Bewertung mit Schuhen gilt die R-Skala nach DIN 51130, im privaten Bad wird oft R10 genannt.
Der Zielkonflikt ist echt: eine strukturierte, griffige Oberfläche ist sicherer und aufwendiger zu reinigen, weil sich Kalk und Seifenreste in der Struktur halten. Wer den Duschbereich griffig und die restliche Fläche glatter ausführt, bekommt beides an der richtigen Stelle.
Abdichtung: der eigentliche Kern
Fliesen und Fugen sind nicht wasserdicht. Wasser, das in die Fuge zieht, muss auf einer Abdichtungsebene aufgehalten werden, die unter dem Belag liegt. Für Innenräume regelt DIN 18534 das: Flächen werden Wassereinwirkungsklassen zugeordnet, und daraus ergibt sich das zulässige Abdichtungssystem.
Praktisch heißt das: Bodenfläche, Duschbereich, Wandflächen im Spritzwasser und die Anschlüsse an Ablauf, Wanne und Durchdringungen werden unterschiedlich behandelt. Besonders die Übergänge, also Boden zu Wand, Ablaufflansch und Rohrdurchführungen, sind die Stellen, an denen Abdichtungen in der Praxis versagen.
Eine bodengleiche Dusche verschärft das, weil die Abdichtungsebene dort in der Fläche liegt und der Ablauf eine geplante Durchdringung ist. Das ist Fachbetriebsarbeit, auch dann, wenn Sie den Rest des Bads selbst fliesen.
Format und Fugen
Große Formate wirken ruhig und haben weniger Fugen, also weniger Reinigungsflächen. Sie brauchen einen sehr ebenen Untergrund. Im Gefälle der Dusche werden sie schwierig, weil eine starre große Platte einem Gefälle in zwei Richtungen nicht folgen kann. Übliche Lösung ist dort ein kleineres Format oder Mosaik.
Mosaik folgt jedem Gefälle, hat aber sehr viel Fuge. Im Duschboden ist das oft die praktikabelste Lösung, in der ganzen Fläche ein Reinigungsthema.
Fugenfarbe: helle Fugen zeigen Verschmutzung, dunkle Fugen zeigen Kalk. Im Bad ist Kalk der häufigere Gegner, deshalb sind mittlere Grautöne meist unauffälliger als beide Extreme.
Silikonfugen an allen Anschlüssen sind Verschleißteile und werden nach einigen Jahren erneuert. Das ist normale Wartung, kein Mangel.
Wandfliesen: wie hoch
Raumhoch gefliest ist der pflegeleichteste, aber auch teuerste und optisch härteste Weg. Verbreitet ist, den Duschbereich raumhoch und die übrigen Wände nur im Spritzwasserbereich zu fliesen, darüber Anstrich oder Putz. Für diesen Anschluss gilt wieder: der übergangslose Wechsel muss abgedichtet sein, sonst zieht Feuchte in den ungeschützten Teil.
Reinigung im Bad
Der wirksamste Schritt ist nicht das Mittel, sondern das Abziehen der Fläche nach dem Duschen: was nicht trocknet, hinterlässt keinen Kalk. Gegen Kalk wirken saure Mittel, die auf Zementfugen aber nicht dauerhaft eingesetzt werden sollten. Details unter Fliesen reinigen.
