Fliesen im Außenbereich: Frostbeständigkeit, Gefälle, Verlegeart

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Draußen entscheidet Wasser. Eine Fliese muss frostbeständig sein, die Fläche muss Wasser sicher ableiten, und der Aufbau darunter muss mit Feuchte und mit Temperaturwechseln zurechtkommen. Fehler zeigen sich hier meist erst nach dem ersten Winter.

Terrassenplatten aus Feinsteinzeug auf einer Fläche im Freien

Was in diesem Raum entscheidet

Wasser: frostbeständige Scherbe, Gefälle und der Aufbau darunter.

Feuchtebelastung

Dauerhaft bewittert, mit Frost-Tau-Wechseln.

Rutschhemmung

Für begangene Außenflächen wird üblicherweise mindestens R10 genannt, bei stärkerer Nässe eine höhere Stufe.

Material

Frostbeständiges Feinsteinzeug. Naturstein ist möglich, aber materialabhängig: kalkhaltige Steine reagieren empfindlich auf saure Reinigung und Streusalz.

Format

Für die lose Verlegung Platten um 20 Millimeter Dicke. Dünne Fliesen sind dafür nicht geeignet.

Gefälle

Größenordnung rund zwei Prozent, also etwa zwei Zentimeter auf einen Meter, vom Gebäude weg. Hergestellt wird es im Untergrund, nicht über unterschiedlich dicke Kleberschichten.

Abdichtung

Über beheizten Räumen ist die Fläche ein Bauteil mit Abdichtungsanforderung nach den einschlägigen Normen für Balkone und Terrassen.

Typischer Fehler

Anschlüsse an Gebäude, Türschwellen und Attiken. Und der direkte Hochdruckstrahl auf die Fuge, der Fugenmaterial oder Splitt auswäscht.

Die kurze Antwort

Draußen kommt praktisch nur frostbeständiges Feinsteinzeug in Frage. Die Fläche braucht ein Gefälle, damit Wasser ablaufen kann, üblicherweise in der Größenordnung von rund zwei Prozent. Bei der Verlegeart entscheiden Sie zwischen loser Verlegung auf Splitt oder Stelzlagern und einer Verlegung im Verbund auf einer abgedichteten Fläche.

Frostbeständig heißt: dichte Scherbe

Wenn eine Fliese Wasser aufnimmt und dieses Wasser gefriert, sprengt es die Scherbe. Frostbeständigkeit ist deshalb keine Beschichtung, sondern eine Materialeigenschaft: die Scherbe muss so dicht sein, dass praktisch kein Wasser hineingeht. Das leistet Feinsteinzeug.

Achten Sie zusätzlich auf:

  • Dicke. Für lose Verlegung gibt es Platten von rund 20 Millimetern, die ohne Kleber auf Splitt, Kies oder Stelzlagern liegen. Dünne Fliesen sind für diese Verlegeart nicht geeignet.
  • Rutschhemmung. Draußen ist die Fläche regelmäßig nass. Für begangene Außenflächen wird üblicherweise mindestens R10, für Bereiche mit stärkerer Nässe eine höhere Stufe genannt.
  • Tausalzbeständigkeit, falls im Winter gestreut wird. Das ist eine eigene Angabe und nicht automatisch mit Frostbeständigkeit gegeben.

Naturstein draußen ist möglich, aber materialabhängig: kalkhaltige Steine reagieren empfindlich auf saure Reinigung und auf Streusalz.

Gefälle: die Fläche muss Wasser loswerden

Wasser, das auf der Fläche stehen bleibt, findet jede Schwachstelle. Deshalb wird eine Außenfläche mit Gefälle vom Gebäude weg ausgeführt. Als Größenordnung werden für Terrassen und Balkone üblicherweise etwa zwei Prozent genannt, also rund zwei Zentimeter auf einen Meter.

Das Gefälle wird im Untergrund hergestellt, nicht durch unterschiedlich dicke Kleberschichten. Bei loser Verlegung auf Stelzlagern übernimmt das Gefälle die Abdichtungsebene darunter, während die Plattenfläche selbst waagerecht bleiben kann.

Verlegeart: lose oder im Verbund

Lose auf Splitt oder Kies. Für ebenerdige Terrassen mit tragfähigem Unterbau. Die Platten liegen in einem Splittbett, Wasser versickert. Einfach herzustellen, einfach zu korrigieren, einzelne Platten austauschbar. Ein Unkrautvlies unter dem Aufbau spart spätere Arbeit.

Lose auf Stelzlagern. Für Balkone und Terrassen über Wohnräumen. Die Platten liegen auf höhenverstellbaren Auflagern über einer Abdichtung, Wasser läuft darunter ab. Die Abdichtung bleibt zugänglich, weil die Platten abgenommen werden können. Die Fläche ist begehbar, aber punktuell belastbar nur im Rahmen der Plattenangabe.

Im Verbund verklebt. Die Platten werden auf einer abgedichteten, gefälleführenden Fläche verklebt. Optisch die geschlossenste Lösung und die mit den höchsten Anforderungen: Kleber, Fugenmörtel und Abdichtung müssen aufeinander abgestimmt und für den Außenbereich freigegeben sein, und es braucht ausreichende Bewegungsfugen, weil sich der Belag im Jahresverlauf stark dehnt und zusammenzieht.

Fugen und Randanschlüsse

Außen wird nicht mit schmalen Fugen gearbeitet. Die Fuge muss Bewegung aufnehmen können, deshalb sind breitere Fugen und eine Feldbegrenzung üblich. Anschlüsse an Gebäude, Türschwellen und Attiken sind dauerelastische Fugen und gleichzeitig die typischen Schadensstellen.

Der Anschluss an die Tür verdient besondere Aufmerksamkeit: hier trifft Außenfläche auf Innenraum, und der geforderte Höhenversatz zwischen Belag und Türschwelle ist der Grund, warum barrierefreie Übergänge draußen konstruktiv aufwendig sind.

Reinigung und Pflege

Draußen kommen Algen, Moos und Grünbelag dazu. Sie lassen sich mit Bürste und einem geeigneten Grünbelagentferner lösen. Beim Hochdruckreiniger gilt: mit Abstand und Flächenaufsatz arbeiten. Ein direkter Strahl auf die Fuge wäscht Fugenmaterial oder Splitt aus, und danach setzt sich dort Schmutz erst recht fest. Weitere Mittel und ihre Wirkweise stehen unter Fliesen reinigen.

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